Lernkonzept

Pädagogisches und didaktisches Konzept

Der kommunikativ-pädagogische Ansatz ist für die Vermittlung des Lernstoffes ein fester und elementarer Bestandteil unseres Schulkonzeptes. Da nicht wenige Unterrichtsinhalte überwiegend faktenbasiert vermittelt werden müssen, möchten wir mit Hilfe der dialogisch-agogischen Methodik, die Schüler während der Kleingruppenarbeiten weitgehend am Lernprozess beteiligen (u.a. fachspezifische Lehrstationen). Eines der wichtigsten Ziele stellt dabei die Förderung der pflegerischen Autonomie dar.

Die Ergebnisse werden in Eigen-/Gruppenpräsentationen vor der Klassengemeinschaft vorgetragen. Durch das jeweilige Feedback erhalten die Referenten, die Möglichkeit der direkten Verbesserung ihrer Leistungen. Sie lernen gruppenorientiert zu arbeiten und gemeinschaftlich Feedback zu geben und mit Kritik umzugehen. Die kollektive Lernerfahrung stärkt das pflegerische Selbstbewusstsein, erweitert die pflegerischen Handlungsdimensionen und fördert somit die Motivation der Schüler.

Zentrale Unterrichtsschwerpunkte

Das Schulkonzept wurde mit dem vorrangigen Ziel entwickelt, in Fremdländern ausgebildete Pflegekräfte vorzubereiten auf die notwendig Kenntnisprüfung in Deutschland (gemäß §40 der PflBG Abs. 3). Die Unterrichtsinhalte und die Unterrichtsgestaltung entsprechen den Vorgaben des Pflegeberufegesetzes (PflBG) in der Bundesrepublik Deutschland. Das vorrangige Ziel wird es sein, den Pflegekräften aktuelle Kenntnisse zu vermitteln, die ein fachlich fundiertes, selbstreflektiertes und eigenständiges Handeln in Gesundheitseinrichtungen ermöglichen.

In der DPP erhalten die Kandidaten die Möglichkeit ihre beruflichen Kompetenzen zu erweitern, damit sie optimal auf die Kenntnisprüfung vorbereitet sind. Dabei steht immer die praktische Umsetzung des Erlernten über Fallbeispiele im Vordergrund des Unterrichts. Das zugrunde gelegte Konzept der Praxisseminare wurde gemeinsam mit führenden Pflege-/ Wissenschaftsexperten entwickelt und basiert auf dem jeweils aktuellen evidenzbasierten Fachwissen.

In den Lerneinheiten werden jeweils Theorie (u. a. Grundwissen über den Aufbau des menschlichen Körpers, Physiologie und Pathophysiologie sowie der Einfluss von Erkrankungen auf den Menschen) und praktische Übungen verbunden (z. B. Grundpflege, Prophylaxen etc.) Die Pflegeschüler sollen aktiv mitwirken an allgemeinen und spezifischen Pflegeplanungen, an der Patientenedukation und an krankheits-spezifischen Bewältigungskonzepten (Coping) und auf diese Weise den Genesungsprozess der Patienten begleiten und positiv beeinflussen.

KOMPETENZEN

Wir verstehen Kompetenzbereiche als Oberbegriffe, denen jeweilige Schlüssel-qualifikationen zugeordnet werden. Die zu erwerbenden und vorzuweisenden Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechen Kompetenzstufen (u.a. Pflegeniveaustufen) die erreicht werden sollen. Diese werden in einem detaillierten Lehr- und Unterrichtsplan dargestellt und implizieren im Wesentlichen die fachgerechte Vermittlung der Unterrichtsinhalte bzw. die Begleitung des kontinuierlichen Reflexionsprozesses der Schüler.

Das Team der GNA übernimmt die fachliche Kompetenzvermittlung erweitert um notwendige psycho-soziale Kompetenzen, hier Humankompetenzen (z. B. soziale Kompetenzen wie Achtung, Respekt, Hilfsbereitschaft, Fairness), interkulturelle Kompetenz (z. B. Begrüßungsrituale, Ess-/Trinkgewohnheiten) und Methodenkompetenz (z.B. strukturierte Recherche, Organisationsfähigkeit, Präsentationsfähigkeit).

Der Lernerfolg in den einzelnen Kompetenzfeldern, wird außer an den kognitiven und praktischen Fähigkeiten vor allem auch an den kommunikativen Fähigkeiten der Schüler zu erkennen sein. Wir setzen ausreichende Sprachkenntnisse der Pflegeschüler voraus (B2 Sprachniveau) und die Fähigkeit, Theorie, Praxis und Kommunikationskompetenz im klinischen Pflegealltag zu verbinden. In den simulierten Krisensituationen können unsere Schüler zusätzlich ihre Konflikt-/Teamfähigkeit im Klinikalltag erproben.

Die Pflegeschüler werden Grundlagen der Pflegedokumentation und der formalen klinischen Kommunikation in deutschen Gesundheitseinrichtungen erlernen. Mit Hilfe klinischer Dokumentationssysteme (Software) / Dokumentationstools erlangen unsere Schüler eine grundlegende Dokumentationssicherheit und lernen zusätzlich die rechtlichen und theoretischen Hintergründe zur Dokumentationspflicht kennen. Die Anwendung pflegerischer Fachtermini wird eingeübt und ist für ein professionelles Pflegeverständnis dringend erforderlich.

PFLEGE

Das pädagogische und didaktische Konzept ist ausgerichtet auf den pflegerischen Alltag und die damit verbundenen Pflegeinterventionen. Neben der Theorievermittlung erhalten die Pflegefachkräfte, gezielte Anleitungen zur Anwendung von Pflegetechniken und grundpflegerischen Tätigkeiten. Der Entwicklung eines professionellen Pflegeverständnisses im Umgang mit erkrankten bzw. pflegebedürftigen Menschen wird in der Ausbildung ebenso wie in der Praxisanleitung eine hohe Priorität beigemessen.

Die Identifikation mit dem Pflegeberuf, das Selbstkonzept und das eigene Rollenverständnis als pflegende Person, wird im Gruppenlernprozess reflektiert und diskutiert werden. Hierbei ist es uns wichtig nach den ethischen Grundsätzen (z. B. Achtung, Respekt, Hilfsbereitschaft) und einer gendergerechten Pflege zu handeln. Neben den klassischen Pflegetätigkeiten sieht das Curriculum auch vor, dass die Pflegekräfte Beratungen durchführen und sich selbstbewusst mit der krankheitsspezifischen Aufklärung der Patienten auseinandersetzen können.

KULTURELLE DIVERSITÄT

Neben der beruflichen Qualifizierung betrachten wir die ,,soziale Integration´´ der Pflegekräfte mit Migrationshintergrund als eine der zentralen Herausforderungen unserer pädagogischen Bemühungen. Unser Bestreben ist es, keine bloße Assimilation bzw. Adaptation der Pflegekräfte zu erzielen, sondern langfristig eine kulturelle Vielfalt bei möglichst weitgehend erhaltener kultureller und sozialer Autonomie der Pflegekräfte zu erreichen. Unser pädagogisches Ziel ist die gegenseitige Heranführung bzw. die Sensibilisierung möglichst vieler in der Pflege Tätigen an das ,,Gemeinsame Leben in Deutschland‘‘.

Wir wünschen uns ein multikulturelles Bewusstsein. Die Pflegeschüler sollen dabei Kulturspezifika und Gebräuche im neuen Lebensumfeld kennenlernen wie z.B. Begrüßungsrituale, Ess-/Trinkgewohnheiten, gesellschaftlich erwartetes Verhalten etc.

Neben den alltagspraktischen Gewohnheiten lernen die Pflegeschüler Eigenheiten und Strukturen des deutschen Gesundheitssystems kennen. Weiterhin werden Kenntnisse über die Institution „Krankenhaus“ vermittelt, wie z. B. Krankenhaushierarchien, Personalgespräche, Fallkonferenzen, Arbeitsschutzbestimmungen etc. Fortführend erfolgen fachkollegiale Dialoge mit den Dozenten, um weitere Unterschiede / Gemeinsamkeiten im Alltag einer ,,Nurse‘‘ herauszuarbeiten.

Die Unterrichtsinhalte werden in Kompaktseminaren (Projekttage) zusätzlich vertieft und mithilfe intensiverer Unterrichtsformen besonders bearbeitet. Die Veranstaltungen dienen den Gruppenprozessen sowie der zusätzlichen sozialen und emotionalen Stärkung unserer Schüler.

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